Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Forschung und öffentlicher Hand trafen sich heute in Vevey zur Jahresversammlung der Schweizer Kakao- und Kaffeeplattformen. Gastgeber der Veranstaltung war Nestlé, Gründungsmitglied der beiden Plattformen.
Die Diskussion zur Umsetzung der Roadmaps 2030 beider Plattformen zeigte auf: Eine sektorübergreifende Zusammenarbeit kann gemeinsame Lösungen für die dringendsten Probleme der Kaffee- und Kakaosektoren hervorbringen.
Die anschliessende Podiumsdiskussion fokussierte sich darauf, wie eine nachhaltige Zukunft für Gemeinschaften, die Kakao und Kaffee anbauen, erreicht werden kann. In den thematischen Breakout-Sessions diskutierten die Teilnehmenden zudem konkrete Ansätze zur Verbesserung von Einkommen und Löhnen von Produzentinnen und Produzenten, naturbasierte Lösungen für den Kaffee- und Kakaoanbau sowie gemeinsame Ansätze zur Bewältigung von Menschenrechtsrisiken.
Bestandesaufnahme als Grundlage für Fortschritt
Wo stehen die Mitglieder der beiden Plattformen hinsichtlich ihrer Aktivitäten für mehr Nachhaltigkeit? An der Jahresversammlung diskutierten sie die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Bestandesaufnahme. Dank der hohen Beteiligung an den Mitgliederbefragungen gewannen beide Plattformen wichtige Einblicke in den Stand der Nachhaltigkeitsbemühungen ihrer Mitglieder.
Die Bestandesaufnahme zeigt, dass existenzsichernde Einkommen höchste Priorität haben, ihre Umsetzung jedoch die grösste Herausforderung darstellt. Die Bestandesaufnahme liefert eine wichtige Datengrundlage, um Fortschritte messbar zu machen und Massnahmen voranzutreiben – etwa die stärkere Verankerung von Preismechanismen, die sich an Living-Income-Richtwerten orientieren. Am weitesten fortgeschritten sind die Mitglieder in Bereichen wie der menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung und dem Schutz vor Entwaldung. Zudem haben die Mitglieder erstmals festgelegt, welches Ambitionsniveau sie bis 2028 erreichen wollen.
Anteil an nachhaltigen Kakao-Importen steigt
Jedes Jahr publiziert die Kakaoplattform eine Importstatistik, aus der hervorgeht, wie hoch der Anteil nachhaltigen Kakaos an den Gesamtimporten in die Schweiz ist. Im Jahr 2025 stammten 92 % der in die Schweiz importierten Kakaobohnenäquivalente aus nachhaltiger Produktion. Diese Menge ist entweder nach international anerkannten Standards wie Fairtrade Max Havelaar oder Rainforest Alliance zertifiziert oder stammt aus unternehmenseigenen Programmen, die von unabhängigen Dritten verifiziert werden. Gegenüber dem Vorjahr 2024 entspricht dies einem Anstieg um 8 Prozentpunkte.
Die Kakaoplattform ist stolz auf dieses Resultat. Zertifizierungs- und Verifizierungsprogramme der Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung nachhaltigerer Produktionspraktiken. Die Plattform wird ihre Bemühungen fortsetzen, um bis 2030 100 % zu erreichen. Doch um die sozialen und ökologischen Herausforderungen in den Kakaoanbauländern wirksam anzugehen und echte Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen ambitioniertere Ziele verfolgt und Lösungen über die Zertifizierung hinaus entwickelt werden. Dies erfordert gemeinsame Anstrengungen der gesamten Branche sowie eine verstärkte Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Medienmitteilung: Gemeinsame Herausforderungen, gemeinsame Lösungen
Jahresbericht 2025 der Schweizer Plattform für Nachhaltigen Kakao