Die Mitglieder der Schweizer Plattform für Nachhaltigen Kakao (SWISSCO) haben sich in ihrer Roadmap 2030 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: «Alle Kakaobäuerinnen und -bauern mit tragfähiger Anbaufläche und nachhaltigem Ertrag erzielen mindestens ein existenzsicherndes Einkommen.»
Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es aktuelle Daten zum Einkommen der Kakaobauernhaushalte. Deshalb führt die Kakaoplattform gemeinsam mit ihren Partnern Studien in Kakaoanbauregionen durch.
55 % der Kakaoanbaubetriebe erzielen kein existenzsicherndes Einkommen
Die Forscher untersuchten die Kakaosaison 2024/25 und stellten fest, dass die Bauernhaushalte im Durchschnitt 61'577 GHS (4'433 USD) pro Jahr verdienten, wovon 85 % aus dem Kakaoanbau stammten. Dennoch blieben 55 % der Haushalte hinter dem existenzsichernden Einkommen von 60'188 GHS (4'333 USD) zurück.
Die Lücke zum existenzsichernden Einkommen für Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana ist daher noch lange nicht geschlossen. Diese Lücke entspricht der Differenz zwischen dem tatsächlichen Haushaltseinkommen und dem Richtwert für ein existenzsicherndes Einkommen. Im Durchschnitt hatten die Haushalte mit einer Lücke zum existenzsichernden Einkommen von 42'559 GHS (3'064 USD) zu kämpfen.
Um diese Lücke allein durch den Kakaoanbau unter den Bedingungen von 2024/25 zu schliessen, wären rund 37 % höhere Erträge (von 476 kg/ha auf 652 kg/ha) oder höhere Preise erforderlich. Höhere Produktivität, bessere Preise und eine Diversifizierung der Einkommensquellen müssen daher Hand in Hand gehen.
Empfehlungen für Partner und Unternehmen
Auf der Grundlage der Ergebnisse sprechen die Autoren der Studie gemeinsam mit den Stakeholdern der Kakaobranche eine Reihe von Empfehlungen aus. Etwa sollten Entwicklungspartner und Unternehmen die Diversifizierung der Einkommensquellen als Massnahme zum Risikomanagement unterstützen. Dies könnte nachfrageorientierte Anbaukulturen oder andere Erwerbsmöglichkeiten beinhalten. Solche Entscheidungen sollten auf einer Bedarfsanalyse der Gemeinschaften basieren.
Partner und Unternehmen können zudem erschwingliche, zweckgebundene Kredite ausweiten, indem sie Dorfsparkassen (Village Savings and Loan Associations, VSLAs) formalisieren, diese mit Mikrofinanzinstituten vernetzen und die Kreditprogramme der Unternehmen fortsetzen.
Diese aktuelle Studie ist eine Folgestudie. Im Jahr 2024 ergab eine erste Studie der Kakaoplattform und ihrer Partner, dass Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert waren.
Lesen Sie die kurze oder die lange Version unserer kürzlich veröffentlichten Studie.